ab in den wohlverdienten Urlaub für meine Eltern und ab in die Gummistiefel für mich. Eine Woche als Bäuerin, die Verantwortung über 100 Schafe, Mutterkühe, Katzen & Wachteln. Eine Woche im Naturparadies, in den verschneiten Bergen, draussen in der Natur und an der frischen Luft, gemütliche & entspannte Momente vor dem Kamin – körperlich am Limit und frei im Kopf.
Jeden Morgen früh klingelt der Wecker – die Tiere warten auf ihr Frühstück (als hätten sie schon ewig nichts mehr bekommen). 🙂 Nicht jeden morgen steige ich gleich motiviert aus den Federn – kalt, müde und überhaupt – doch die Verantwortung ruft – liegen bleiben, keine Option.
„Daily Workout“: Füttern, melken, misten, die Lämmer versorgen und ein paar Stunden später geht’s gleich wieder von vorne los. Und wenn man denkt, man ist fertig geht’s weiter zur Geburt von Lämmern. Die Tiere geben einem das Tagesprogramm vor, welches sie aber auch gerne mit ungeplanten Aktionen und Überraschung spontan wieder über „den Haufen werfen“.
Wettermässig hatte diese Woche ebenfalls alles zu bieten. Schon fast „Bikini-Wetter“ anfangs Woche bis hin zu tiefstem Winter, Schneestürmen und Wind mit anschliessendem Tauwetter und wieder Schneefall. Das hat man auch am Verhalten der Tiere bemerkt.
Körperlich bin ich an meine Grenzen gekommen (bin ja mittlerweile ein „Bürogummi“), doch im Kopf fühlte ich mich frei. Klar auch bei der Stallarbeit muss man denken – hilft generell 🙂 aber es ist eine andere Arbeit als im Büro – Abwechslung macht das Leben süss.
Die Tiere geben einem extrem viel und merken es, wenn man es gut mit ihnen meint und Zeit für sie hat. Frisur egal, die Schafe mögen einem so wie man ist, ertragen jede Laune und stehen oder liegen still da, wenn sie merken, dass es einem nicht gut geht. Schafe gelten allgemein als liebevolle, sanftmütige und einfühlsame Tiere. „Sie strahlen Ruhe aus“ und das überträgt sich auf die Menschen. Für mich ist die Zeit mit den Schafen sehr wertvoll, Momente in denen ich alles andere „vergesse“ oder Dinge plötzlich unwichtig erscheinen.
Nebst der Arbeit draussen gabs auch im Haushalt das Eine oder Andere zu erledigen und langweilig wurde es nie. Putzen, waschen, kochen, backen, Büroarbeiten, unsere Kunden beliefern und schon war wieder Zeit für die Stallarbeit. Ab und an war auch mal Zeit für gemütliche und entspannte Momente mit einem Kaffee vor dem Kamin.
An manchen Tagen ist es ein 24 Stunden-Job und trotzdem dreht die Welt hier oben noch etwas langsamer als unten im Tal.
Die „Hofwoche“ fand noch vor dem „Corona-Wahnsinn“ statt – oder besser gesagt am Anfang. Da wurden erstmal die grossen Veranstaltungen abgesagt. Mittlerweile sind wir schon einige Stufen weiter… auch wenn ich jetzt erstmal zuhause bin und meine Überzeit und Ferien beziehen muss, kann, darf, wird es mir nicht langweilig. Das herrliche Wetter bietet sich an, um mit dem Frühlingsputz zu starten, ausmisten & entrümpeln, Bücher die ungelesen im Regal stehen, tausende Fotos, die sich auf einen Platz im Fotoalbum freuen würden. In Erinnerungen schwelgen und ein paar Reiseberichte schreiben oder einfach die Sonne auf dem Balkon geniessen und das Beste aus der momentanen Situation, welche alle von uns betrifft, machen – ein generelles „Runterfahren“ der hektischen Gesellschaft…
do what makes your soul happy ❤






